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Disability Mentoring Day

Unter dem Titel „Fit für den Job“ haben DVBS und SZS im September 2005 ein bundesweites Programm gestartet. Während einer Wochenend-Veranstaltung wurden die ca. 40 Teilnehmenden über konkrete Trainings, Workshops und Veranstaltungen informiert.
Diese umfassen Bausteine wie „Berufscoaching“, „Rechtsfragen, Vermittlung und Förderung“, „Rahmenbedingungen beim Schritt in die Selbstständigkeit“, „technische Hilfsmittel“, „IT Training“, „Bewerbertraining“ sowie „individuelle Weiterbildungsangebote“, vor allem im Fernstudium. In diesem Kreis nehmen die „Disability Mentoring Days“ (DMDs) mit regionalen, nationalen und internationalen Unternehmen eine herausragende Position ein, können sie doch als die unmittelbare Umsetzung der Qualifizierungsbausteine angesehen werden.
Sie haben zum Ziel, Studierenden / Hochschulabsolventen / Arbeitssuchenden mit Behinderung ein Unternehmen vorzustellen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, sich mit erfahrenen Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen des Unternehmens auszutauschen. Diese wiederum berichten aus ihrem Berufsalltag und stehen für Fragen und Tipps zur Verfügung. Im Zentrum steht das "Voneinander-Lernen und Austauschen" und somit der Abbau von gegenseitigen Berührungsängsten und die Kenntnis über den Einsatz von IT im Alltag von Binden und Sehbehinderten.

Die Anzahl der Teilnehmenden, wie auch die Schwerpunktsetzungen, richten sich nach den Vorgaben des Unternehmens. Durchführungsmodalitäten und Termin werden vom Unternehmen vorgeschlagen, der DMD gemeinsam mit dem SZS geplant.

Bericht über den "Disability Mentoring Day 2004" bei HP in Böblingen

von Heinrich Niehaus

Am 29.11.2004 fuhr eine neunköpfige Delegation des Studienzentrums für Sehgeschädigte (sechs Studierende, drei Mitarbeiter) nach Böblingen zur Deutschland-Zentrale des amerikanischen IT-Unternehmens Hewlett-Packard (HP), um am "Disability Mentoring Day 2004" teilzunehmen.
Ziel der Veranstaltung war es, den Studierenden mit Behinderung das Unternehmen HP vorzustellen und ihnen die Möglichkeit zu bieten, mit erfahrenen HP-Mitarbeitern Informationen auszutauschen. Die HP-Mitarbeiter sollten aus ihrem Berufsalltag berichten und für Fragen und Tipps zur Verfügung stehen. Im Zentrum sollte das "Voneinander-Lernen und Austauschen" stehen.

Nach der Ankunft und einer kurzen Vorstellung des Unternehmens bekam jeder Teilnehmer einen Mentor/eine Mentorin zugewiesen, der/die in dem Bereich tätig ist, welchen die Studierenden bei der Anmeldung als Interessensgebiet angegeben hatten. In persönlichen Gesprächen mit ihren Mentoren konnten die Studierenden dann mehr über den Berufsalltag bei HP erfahren. Sie konnten selbst miterleben, was es z. B. bedeutet, in einem Großraumbüro und in einer internationalen Atmosphäre zu arbeiten. So ist ein Team, welches beispielsweise aus US-Amerikanern, Neuseeländern, Spaniern und Deutschen besteht, bei HP nichts außergewöhnliches. Daher wird auch überwiegend englisch miteinander kommuniziert. Dies kann u. a. dazu führen, dass den deutschen Mitarbeitern teilweise die deutschen Bedeutungen für englische Begriffe, mit denen sie täglich zu tun haben, nicht mehr einfielen. Auch die anderen Mitarbeiter standen für Fragen zur Verfügung und beantworteten sie in sehr ausführlichen Gesprächen.
Nach dieser Fülle von Informationen und Eindrücken wurde gemeinsam in der Werks-Kantine zu Mittag gegessen, bevor sich eine Führung durch das Demo-Center anschloss. Hierbei wurden den Studierenden die HP-Produkte (Drucker, Server, Notebooks etc.) vorgestellt und speziell auf deren möglichst intuitive Bedienbarkeit eingegangen.
Danach wurden die Möglichkeiten des Einstiegs bei HP erläutert. So ist es z. B. möglich, als Werksstudent oder Praktikant zu arbeiten oder auch eine Studien- oder Diplomarbeit bei HP zu schreiben.
In einer abschließenden Feedbackrunde wurde von beiden Seiten ein sehr positives Fazit der Veranstaltung gezogen und beschlossen, diese im kommenden Jahr in größerem Rahmen auf jeden Fall wiederholen zu wollen. Einige Studierende äußerten, dass sie sich sehr gut vorstellen könnten, ein Praktikum zu absolvieren oder eine Diplomarbeit bei HP zu schreiben. Von Seiten des Unternehmens wurde geäußert, dass die Veranstaltung viele Bedenken gegenüber behinderten Studenten abgebaut hätte und man gewillt sei, diese zukünftig verstärkt zu integrieren. Das SZS und HP einigten sich schließlich darauf, ihre Zusammenarbeit zu intensivieren.

Insgesamt war der "Disability Mentoring Day 2004" eine sehr gelungene und interessante Veranstaltung, welche den Studierenden vor allem Einblicke in den Berufsalltag in großen Unternehmen geben konnte. Eine Wiederholung im kommenden Jahr wäre daher sehr wünschenswert.