Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS)

Entstehung des SZS

Startpunkt für das Studienzentrum für Sehgeschädigte (SZS) war der Modellversuch "Informatik für Blinde - Studium für Sehgeschädigte in Informatik und Wirtschaftingenieurswesen", den das Bundesministerium für Bildung und Forschung und das Baden-Württembergische Ministerium für Wissenschaft und Forschung vom Herbst 1987 bis Frühjahr 1993 jeweils zu fünfzig Prozent förderten. 

Technische Entwicklungen wie der Braille-Butler im damaligen Institut für Betriebs- und Dialogsysteme der Fakultät für Informatik und Erfahrungen bei der Beratung von Studierenden mit Behinderung waren die Basis für dieses Projekt.

Das Ziel des innovativen Modellvorhabens war, Menschen mit Blindheit und Sehbehinderung Studienmöglichkeiten und dementsprechende Berufsfelder zu eröffnen, die ihnen bisher nicht zugänglich waren - vor allem im natur-, ingenieur- und wirtschaftswissenschaftlichen Bereich.

Grundlegend war dabei die Überzeugung, dass moderne Informations- und Kommunikationstechniken für Studierende mit Sehbeeinträchtigung DIE Schlüssel für die Entwicklung der persönlichen und fachlichen Selbstständigkeit sind.  Durch die unterstützende Arbeit des SZS können Studierende mit Blindheit und Sehbehinderung die Hochschule mit ihren Studien- und Prüfungsanforderungen wie ihre sehenden Kommiliton*innen erfahren. 

Der Modellversuch erwies sich als überaus erfolgreich und wurde 1993 in das Studienzentrum für Sehgeschädigte überführt. Als feste Einrichtung der damaligen Universität Karlsruhe (TH) – heute Karlsruher Institut für Technologie – wurde das Studienzentrum in der Fakultät für Informatik verankert und über viele Jahre, bis 2011, von dem  Leitungsteam aus SZS-Mitbegründer und –Geschäftsführer Joachim Klaus sowie Professor Roland Vollmar als wissenschaftlichem Leiter geprägt. 

Im November 2011 übernahm Professor Dr.-Ing. Rainer Stiefelhagen die Leitung des Studienzentrums für Sehgeschädigte - und damit auch die neu geschaffene Professur für Informatiksysteme für sehgeschädigte Studierende, eine Professur, die in ihrer Ausrichtung einmalig in Deutschland ist.